Wenn Katzen unzertrennlich sind, wie Einstein und Felix…

Erzählt wird die Geschichte von Einstein und seinem Sohn Felix  – ein unzertrennliches Gespann, dass seinesgleichen sucht. Es geht um Vertrauen, Liebe, gesundheitliche Probleme, Kebbeleien, Sorgen und Abschied. Ein fast normales Katzenleben mit unseren außergewöhnlichen Samtpfoten.   

2002 – Hier ist er auch schon….Einstein in Miniaturausgabe. 

Was ein süßer Fratz
Was ein süßes Weißsöckchen 🙂

Dieser kleine Racker hat mit seinem verträumten Blick das Herz im Sturm meines Mannes erobert. Ich selber habe Einstein erst 2013 kennengelernt und ihn auch gleich tief ins Herz geschlossen.

Fast zur gleichen Zeit stolzierte die etwas tollpatschige Diva Mickey 2002Mickey ins Geschehen und verdrehte Einstein sogleich den Kopf. Es begann eine leidenschaftliche, von „Liebe auf dem ersten Blick“ geprägte Beziehung zwischen den Beiden, die jedoch nur solange von Dauer war, bis der Nachwuchs kam. In der Sturm,- und Drangzeit waren Einstein und Mickey aber unzertrennlich und ließen keine Gelegenheit aus, sich ihre Zuneigung zu zeigen. Es kam wie es kommen sollte – Mickey wurde schwangerMickey und Einstein im Kuschelmodus

2003 war dann auch schon diese kleine Weißsocke mit dem Sternchen auf der Stirn da. Sohnemann Felix, auch genannt „der Mäh-Kater“, da er von Anfang bis heute einen etwas…sagen wir Felix der "Mäh-Kater" :-D als Kittenmal gequälten „Mäh-Ton hat, den er ganz nach Wahl von zuckersüß bis ziemlich nervig ausbauen kann. 😉  Felix war eine schwierige Geburt und von Anfang auch mä(h)kelig mit dem Essen. Er rührt z.B. bis zum heutigen Tag so gut wie kein Trockenfutter an. Dazu gibt es einen gesonderten Beitrag. Hier klicken

Der stolze Vater kümmerte sich rührend um seinen Nachwuchs, wenn Mickey sich von den Strapazen erholen wollte. Er trug seinen Nachwuchs durch die Wohnung, spielte, erzog und ermahnte ihn. Er und Mickey hatten alle Pfoten voll zu tun und so blieb ihre Liebe auf der Strecke. So trennten sich noch im gleichen Jahr wegen „unüberbrückbarer Differenzen“, blieben aber dennoch in der Katzen-WG, ohne jemals wieder zusammen gekuschelt zu haben. Schade!

Im Winter wurde auch gern zusammen gerückt

Während die eine Beziehung zerbrach, blieb das Scheidungskind Felix auch in der gemeinsamen Wohnung und wurde überwiegend von Einstein in das Leben einer Katze eingeführt. Der Vater machte vor, der Sohn nach. Für Felix war Einstein „der Held“ und sie verbrachten viel gemeinsame Zeit, um die Wohnung neu zu gestalten, Wände als Rennstrecke zu nutzen, aber auch eng beieinander liegend zu kuscheln.

Gemeinsam Flausen im Kopf

Oftmals saßen sie auch zusammen auf dem Schrank und schauten, was sich unten so tat…oder auch nicht. Ein perfektes Vater-Sohn-Gespann, in dem so viel Liebe und Vertrauen zu spüren war, dass einem das Herz aufging, wie auf den Bildern sicher unschwer zu erkennen ist.

Zwei, die sich lieben
Zwei, die sich lieben

 

 

Ein Herz und eine Seele

von Anfang an.

 

 

Vater und Sohn im „Chillmodus“ 😉

Nun springen wir ein paar Jährchen und landen im Jahr 2014. 

Das Jahr, in dem unser sanftmütiger Einstein an Diabetis erkrankte. (Über die Erkrankung und was wir in dieser Richtung alles unternommen haben, werde ich noch einen gesonderten Beitrag verfassen.)

Die beiden „Herren“ sind mittlerweile ruhiger geworden, entspannen viel und ärgern Mickey nicht mehr so oft, wie noch in den ersten Jahren. Da Mickey aber eh eine „coole Katzendame“ von Welt ist, hat sie sich von den Eskapaden der Weißsocken nie so wirklich beeindrucken lassen. Sie war und ist eine sehr ruhige Katzendame, die es doch lieber vorzieht, ihr Ding alleine durch zu ziehen und vor allem liebt sie es zu schlafen…schlafen…schlafen…. 😉

Einstein im Sommer 2015

Zurück zu unserem Dreamteam. Dass gesundheitlich mit Einstein etwas nicht stimmte, hat Felix augenscheinlich auch wahrgenommen, da er sich seinem Vater anders näherte, als gewohnt, viel vorsichtiger und „beschützender“, aber wir merkten auch, dass es ihn belastet. Eine feine Seele, wie sein Vater spürt jede kleinste Veränderung und auch die, dass es Einstein zusehends schlechter ging. Felix hat Einstein in dieser Zeit – ähnlich wie wir – kaum aus den Augen gelassen. Einstein hat nicht nur seine Krankheit, die Spritzen, die dauernden Arztbesuche heroisch und mit erstaunlicher Ruhe mitgemacht, sondern hat es noch geschafft, durch seine Art, uns zu beruhigen oder auch zum Lachen zu bringen. Manchmal schaute er uns lange mit seinen großen grünen Augen an, als blicke er tief in unsere Seelen und wusste, was eines Tages auf ihn zukommt. Er verbrachte viel Zeit mit uns und war trotz der Tortouren meist bestens gelaunt. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man meinen, er habe sogar versucht, uns über seine Krankheit hinweg zu trösten. Selbst die Ärzte waren verzückt, einen so dankbaren und in sich ruhenden Kater vor sich zu haben, dem sie mehrmals ins Ohr pieken mussten, um Blut zu bekommen oder auch andere Tests, die er über sich ergehen ließ. Als ob er genau Bescheid wusste, dass alles nur gemacht wurde, um ihm zu helfen.

Pfötchenhalten…

Am Ende hat er und haben wir den Kampf verloren. Der heiße Sommer 2015 hat ihm dann noch so zugesetzt, dass wir ihm eines Montags erlösen mussten. Selbst jetzt fällt es mir schwer, darüber zu schreiben, weil es scheint, als wäre es gestern gewesen. Und als ob er es an diesem Tag gewusst hat, kam er zu uns, legte sich auf den Tisch und blieb ganz lange ruhig liegen, was „Mr. Hibbelig“ sonst nicht konnte, weil er immer hin und her rannte, wenn er gestreichelt werden wollte. Ein Moment, den wir nie vergessen. Das war sein Dankeschön an uns und auch die klare Botschaft, dass er nun gehen wollte.

 

Er hat seine Pfotenabdrücke in unseren Herzen hinterlassen...
Er hat seine Pfotenabdrücke in unseren Herzen hinterlassen…

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben alle getrauert um Einstein und ganz besonders merkte man es an Felix, der die nächsten Wochen und Monate nicht mehr wie gewohnt am Leben teilnahm. Ja, man sah es ihm sogar an, dass er endlos traurig war, da er meist mit gesenktem Kopf langsam und eher schleppend durch den Flur kam. Er keine Interessen mehr, schlief viel und wir machten uns nun große Sorgen um ihn. Felix im Sommer 2015

Er hatte eindeutig Depressionen und diese zu durchbrechen, ihn wieder am Leben teilhaben zu lassen, war nun höchste Priorität. Also sprachen wir mit unserem Tierarzt, der auch Ganzheitlich arbeitet und er empfahl uns Globulis in Tropfenform. (Auch hierzu wird noch ein gesonderter Beitrag erscheinen…) Da Felix sehr argwöhnisch ist, was Tabletten, Pülverchen oder ähnliches angeht, gaben wir die Tropfen einfach ins Trinkwasser. Es dauerte ein paar Tage, bis wir merkten, dass er den Schwanz nicht mehr so hängen ließ, aufrechter ging und zusehends wieder neugieriger wurde.

Felix der Spaßkater

Nach ca. 3-4 Wochen war er kaum wieder zu erkennen. Nicht ganz der Alte, aber die tiefe Depression war wohl erst einmal überstanden. Wenn wir merken, er verfällt wieder in Melancholie, kommen die Tropfen für einige Tage in Einsatz und er spricht deutlich schneller an, als noch zum Anfang.

Mittlerweile ist er wie ausgewechselt. Er rennt wieder durch die Wohnung, macht Unsinn, ist wieder unglaublich neugierig, wie eine Katze eben sein sollte und „mäht“ vor allen Dingen wieder, wenn ihm etwas nicht passt oder er was braucht oder einfach nur Aufmerksamkeit möchte. 12309824_10207867807071450_6601878827635819352_o

Wir sind glücklich, Felix so zu sehen und das ohne irgendwelche Medikamente, sondern mit viel Geduld, Zuwendung und dem Einsatz von Globulis. Unser Kater ist wieder aufgeblüht und wir hoffen, es wird auch noch lange so bleiben.

 

 

Es bedarf viel Liebe und Geduld, einem Tier auch Trauerzeit zu geben. Wer glaubt, Katzen, Hunde oder andere Tiere  können nicht trauern, der glaubt auch nicht daran, dass sie eine Seele haben. Dem ist jedoch nicht so, denn es gibt viele Beispiele, in denen der im Leben verbleibende Partner so leidet, dass dieser letztendlich am Ende am gebrochenen Herzen sterben könnte, wenn man ihm nicht die Zuwendung gibt, die er in dieser Zeit braucht.

Geschrieben in Gedenken an Einstein, der gestern seinen 14. Geburtstag gefeiert hätte.

Herzlichst das Servicepersonal <3

Wem ist es ähnlich ergangen? Mich würde auch eure Geschichte interessieren. Gerne als Mail oder Kommentar.

Einstein – wie wir uns an ihn erinnern

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

 

 

Kommentar hinterlassen